Kategorie: Aktuelles

Motivkarten der Universität Osnabrück

Das Archiv „Historische Bildpostkarten“ der Universität Osnabrück ist eine der großen digitalen Sammlungen historischer Ansichts- und Motivkarten im Internet. Insgesamt verfügt das Archiv über ca. 40.000 Karten. Über 30.000 davon sind inzwischen digitalisiert und – soweit bereits erschlossen und rechtlich geprüft – im Internet freigeschaltet.

Die wichtigsten Sammlungsschwerpunkte sind Karten zum Thema Musik, Frauenbilder und Gender, Künstlerkarten sowie Politik und Propaganda. Darüber hinaus verfügt das Archiv über einige geschlossene Sammlungen mit privater Postkartenkorrespondenz aus dem Ersten Weltkrieg. Gesammelt werden Karten von den Anfängen bis ca. 1945. Die größten Teilsammlungen des Archivs wurden von Prof. Dr. Sabine Giesbrecht (ca. 25.000 Karten), Jean Ritsema (ca. 5.500 Karten, noch nicht digitalisiert) und Jutta Assel (ca. 5.000 Karten) zusammengetragen und der Universität gestiftet.

Kürzell, Gemeinde Meißenheim (BaWü)

Mal gratis zeigt die Badische Zeitung online 23 historische Ansichtskarten des Sammlers Manfred Eble zum Ort Kürzell in der Gemeinde Meißenheim. Leider ist nur das Jahr der Karte vermerkt, weder der Verlag noch eine Abbildung der Adress-Seite. Die älteste Karte ist aus dem Jahr 1898. Eble hat eine große Sammlung zu Orten in Baden-Württemberg. In der Badischen Zeitung werden unter dem Stichwort “150 Jahre Ansichtskarte” Karten zu Lahr und der Region gezeigt, davon liegen einige Beiträge leider hinter der Bezahlschranke.

Weserbergland, Markgräflerland, Wolfenbüttel, Harz

Ganz unterschiedliche Regionen präsentiert Wolfgang Schnurbusch online. Er sammelt seit dem Jahr 2005, beschäftigt sich auch mit lokalhistorischen Themen und wohnt in Norddeutschland. Von seinen über 8.700 Ansichtskarten stammt rund die Hälfte aus der Zeit vor 1945. Digital verwaltet er sie mit Excel, da ihn die online angebotenen AK-Programme nicht überzeugt haben. Jeweils eine kleine Auswahl seiner Karten hat er zur Präsentation auch in Videos gefasst – Smartphone-optimiert im Hochkant-Format.

Das Hauptmenü zeigt die Regionen Weserbergland, Markgräflerland, Wolfenbüttel, Harz sowie Grußkarten. In den jeweiligen Menüpunkten kann man weitere Orte selektieren. Gezeigt werden die Ansichtsseiten der Karten mit Verlag und Jahr, hingegen nicht die Rückseiten.

Wunderwelt Ansichtskarten

Volker Gawantka aus Goßfelden hat eine Website geschaffen, die kleine Geschichten rund um alte Motivkarten erzählt: “Die elektrische Bahn kommt”, “Schweine in Menschengestalt” oder “Strandgeschichten” heißen seine kurzen Texte. Zum Scrollen oder als Slideshow sind es gelungene Lesestücke, immer auch unter dem Motto des Autors “Sammler sind glückliche Menschen”. Schauen Sie doch mal vorbei unter https://ansichtskarten-netz.com.

Von Berlin bis Australien…

Aus Berlin stellt Karl-Heinz Heihse auf meine-ansichtskarten.de über 4.600 Karten aus seiner Sammlung vor. Er konzentriert sich auf Orte, an denen er gelbet hat oder denen er sich verbunden fühlt: Berlin (rd. 1.032 Karten), der Hunsrück (rd. 2.119), Leverkusen (231), Geseke (509), Krakau (90), La Palma (424), Australien (435).

Jede einzelne Ansichtskarte ist mit vielen Details beschrieben und Betrachter können sie öffentlich kommentieren. Von dieser Funktion wird allerdings fast nie Gebrauch gemacht. Die Seite besteht seit 2012 und wird laufend aktualisiert.

Ansichtskarten in Museen

Auf museum-digital.de können Museen Bilder und Informationen ihrer Objekte veröffentlichen.

Sucht man hier nach Ansichtskarten, so finden sich unter dem Stichwort “Postkarten” viele Sammlungen von Museen und Vereinigungen, die Ansichtskarten eingestellt haben. Es folgt eine Auswahl (alphabetisch nach Städten/Regionen):

  • Sammlung Wendt – Ahlbeck (216 Karten)
  • Heimatmuseum Bad Bodendorf (293 Karten)
  • Stadtmuseum Bad Dürkheim (145 Karten)
  • Haus der Geschichte Baden-Württemberg (334 Karten des Postkartenverlags Gebrüder Metz)
  • Stadtgeschichtliches Museum (Berlin-)Spandau (455 Fotos und Karten)
  • Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. (593 Karten Region Brandenburg, 155 Karten Berlin)
  • Kreismuseum Bitterfeld (170 Karten)
  • Karrasburg Museum Coswig / Sachsen (102 Objekte)
  • Stadtmuseum Döbeln (456 Karten)
  • Stadtmuseum Lippstadt (88 Karten)
  • Museum Meerane (509 Karten)
  • Stadtmuseum Münster (357 Karten)
  • Stadtmuseum Kaiserslautern (200 Karten)
  • Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg (79 Karten von Oderberg)
  • Historische Museums der Pfalz in Speyer (678 Karten mit Pfalz-Bezug; Schwerpunkt 1. Weltkrieg)
  • Regionalgeschichtliche Sammlung Steinbach / Taunus (86 Karten)
  • Heimatmuseum Stadt Teltow (134 Karten)
  • Hellweg-Museum Unna (313 Karten)
  • Museum Schloss Moritzburg Zeitz (126 Karten)
  • Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum in Bad Oeynhausen (124 Karten sagenhafter Orte und Regionen)

Da Ansichtskarten einerseits als “Ansichtskarten”, andererseits als “Postkarten” verschlagwortet wurden, gibt es zwei verschiedene Übersichtsseiten: Die Sammlungen Ansichtskarten und die Sammlungen Postkarten.

Verlag A. Henry, Bonn

Inserat General-Anzeiger Bonn v. 4.9.1897

Zu meinem Kern-Sammelgebiet (Köln-Porz) gibt es einige sehr frühe Karten mit dem Aufdruck “Lithografie A. Henry, Bonn”. Die Suche Online nach mehr Informationen über diesen Verlag erbrachte keinerlei wirkliche Treffer. Lediglich Hinweise auf Buchveröffentlichungen oder weitere Ansichtskarten. Daher habe ich zu “A. Henry”, Bonn, selber recherchiert. Hier ist das Ergebnis:

Der Verlag bestand von 1829 bis 1900. Aimé Constance Fidele Henry – so der volle Namen (31.6.1801 Douai – 23.2.1875 Bonn) – war ein französischstämmiger Lithograf, Buchhändler, Verleger, Botaniker und Naturforscher. Anfang 1829 eröffneten die Geschwister Henry in Poppelsdorf bei Bonn zunächst eine Colorier-Anstalt. Im Juli 1829 (Register Nr.4) folgte dann mit einem Partner die “Lithografische Anstalt Henry et Cohen” in Bonn, Sternenstraße 308. Es gab wohl auch eine Kooperation mit der Universität Bonn.

Ansichten von Verden an der Aller

verden

Verden-Sammlung (Screenshot)

Eine ganz vorzüglich übersichtliche Website mit Ansichten von Verden an der Aller hat Volker Wolters mit der Adresse http://www.ansichtskarten-landkreis-verden.de im Netz. Er hat nicht nur seine eigenen Bestände, sondern auch Karten von weiteren Sammlern dieser Region eingescannt und systematisiert. Unter den verschiedenen Hauptrubriken findet sich eine weitere Ebene, die z.B. Ansichtskarten zu einzelnen Schulen, Gaststätten etc. vereint. Nachgewiesen wird sogar der konkrete Standort der Gebäude, mitunter ist auch ein kurzer historischer Abriss beigefügt.

Ausstellung in Balingen

Erneut wird in der Zehntscheuer in Balingen, Baden-Württemberg, bis zum 26. Juni 2020 die Ausstellung “Grüße aus Balingen – Historische Ansichtskarten” kostenlos gezeigt. Die Ausstellung enthält großformatige Inszenierungen unter der Verwendung historischer Ansichtskartenmotive und führt so die Veränderungen des Stadtbildes im Laufe der vergangenen über hundert Jahre eindrücklich vor Augen. Balingens älteste Postkarte stammt aus dem Jahr 1895. Die Ausstellung ist in sechs Abteilungen gegliedert: Landschaften, Luftbilder, Gebäude, Szenen, Stadttteile. Ein Bericht des Schwarzwälder Boten findet sich hier.

Geöffnet ist von 14 bis 17 Uhr in der Zehntscheuer Balingen, dienstags bis sonntags, auch an Feiertagen. Infos: Telefon 07433-9008-410.

 

Sonderausstellung in Fürth

Das Stadtmuseum Fürth zeigt bis zum 6. September 2020 die Sonderaustellung “Grüße aus Fürth” mit Ansichtskarten aus dem Stadtarchiv. Neben Stadtansichten und heute „verschwundenen“ Orten werden noch weitere Facetten gezeigt: Werbe- und Glückwunschkarten, humoristische Abbildungen und Darstellungen von (kleinen) Katastrophen ergänzen die Schau. Zur Ausstellung hat das FürthWiki eine Online-Präsentation erstellt, hier kann man alte Postkarten-Ansichten mit neueren Fotos der gleichen Motive aus identischer Perspektive vergleichen. Probieren Sie es selber aus.